UFC 223 Nurmagomedov vs Iaquinta

by Remo ~ April 8th, 2018

UFC 223 Nurmagomedov vs Iaquinta

Vor wenigen Minuten ging der UFC-Event zu Ende, welcher wohl als der chaotischste der Unternehmensgeschichte in die MMA-Historie eingehen wird. Der noch ungeschlagene Khabib Nurmagomedov sollte in einem Kampf um den Titel im Leichtgewicht seiner lupenreinen 25:0 Bilanz mit dem Gewinn des Gürtels seiner bisherigen Karriere die Krone aufsetzen. …

Innerhalb der letzten Woche vor dem Kampf jedoch wechselte der dafür vorgesehene Gegner gleich 3 Mal. Vom ursprünglich vorgesehenen Tony Ferguson über den Ersatzkandidaten Max Holloway, den Ersatz für den Ersatz Anthony Pettis bis hin zum vierten und letzten Gegner für diese Woche, Al Iaquinta. 

Abgesehen von den Chaos-Tagen im Main-Event sorgte Conor McGregor mit einer unvergleichbar dummen und unüberlegten Aktion für die Absage gleich dreier Kämpfe auf der Main Card. Nach dieser verrückten Woche, in der eine Schlagzeile die nächste jagte, war es spannend zu sehen, ob sich diese Schmierenkomödie auch im Oktagon forsetzen würde. Werfen wir also einen Blick auf die beiden Hauptkämpfe der lang ersehnten Veranstaltung  …

 

Titelkampf im Womans Strawweight.

Rose Namajunas vs Joanna Jedrzejczyk

 

Am 4. November letzten Jahres gelang Rose Namajunas eines der größten Upsets der jüngeren MMA-Geschichte, als sie die haushoch favorisierte und bis dahin ungeschlagene Titelträgerin Joanna Jedrzejczyk nicht einfach nur überraschend besiegen konnte, sondern diese sogar mit ihrer eigenen Waffe schlug, dem Standup.

Die „THUG ROSE!!!“-Jubelschreie des kommentierenden Daniel Cormier hallen noch immer nach und müssen Joanna wohl bis heute über die Maßen wurmen. Die ehemalige Regentin der 115 lbs- Klasse sann nun also auf Rache und wollte beweisen, dass die Niederlage vor einigen Monaten nichts anderes war, als ein unglücklicher Ausrutscher. Rose Namajunas hingegen wollte der Welt zeigen, dass es sich bei ihrem Sieg keineswegs um einen Zufallstreffer handelte.

Der Kampf:

Schon in der ersten Runde wurde schnell klar, dass es sich bei Roses Upset im ersten Kampf mitnichten um einen Zufall handelte. Von Beginn an glänzte Namajunas durch hervorragendes Distanzgefühl und exzellente Beinarbeit. Mit gutem Timing gelangen ihr immer wieder gute Treffer, nach denen sie sich blitzschnell aus Joannas Reichweite meist seitlich herausbewegte.

Das machte es der Polin nahezu unmöglich, adäquate Treffer zu landen und brachte der Titelverteidigerin die ersten beiden Runden auf den Punktezetteln. Ab der dritten Runde allerdings entdeckte Joanna ein überaus effizientes Mittel, um doch noch am Ball zu bleiben, die Legkicks. Damit bearbeitete sie Roses Bein ein ums andere Mal, was Namajunas` Movement sichtlich beeinträchtigte. Nun schien es, als hätte Jedrzejczyk ihren Rythmus gefunden und so landete die ehemalige Regentin des Strawweights immer häufiger knackige Schläge.

Dadurch ging es überaus knapp in die 5. und letzte Runde. Nicht wenige (auch ich) hatten den Eindruck, dass, wer immer diesen letzten Durchgang für sich würde entscheiden können, den Gürtel um die Hüften geschnallt bekommt. In den letzten 5 Minuten dieses reinen Standup-Gefechts behielt Rose jedoch die Überhand, konnte die einstige Dominatorin des Strawweights Joanna Jedrzejczyk zum zweiten Mal in Folge besiegen und erweist sich damit offenbar als Joannas Kryptonit.

Rose verteidigt mit einer erneuten Glanzleistung zu Recht ihren Titel und bleibt weiter auf Erfolgskurs.

And still …

 

Titelkampf im Leichtgewicht

Khabib Nurmagomedov vs Al Iaquinta

Wie im Irrenhaus muss sich der Dagestaner Nurmagomedov in der Woche vor dem Kampf vorgekommen sein. Nach all den chaotischen Zuständen konnte man sich nun, wo die Käfigtür geschlossen worden war, endlich auf das konzentrieren, was alle Beteiligten am besten können. Kämpfen.

Für Nurmagomedov war dieser Kampf die Titelchance, die er sich so lang gewünscht hatte und die, wenn man mal ehrlich ist, auch längst überfällig war. Der Underdog „Ragin“ Al Iaquinta kam durch die ganzen Wirrungen im Vorfeld zu dieser einmaligen Chance wie die Jungfrau zum Kind. Für Khabib schien dieser Sieg nur noch Formsache zu sein. Schließlich war es seiner eigenen Ansicht zufolge ja „Khabib time“.

Der Kampf

Nach all dem Theater im Vorfeld ging es nun also endlich auch im Oktagon zur Sache. Im Grunde begann das Gefecht wie erwartet. Iaquinta lauert auf gute Punches, Khabib bringt ihn recht schnell zu Boden und kontrolliert den Kampf aus der Top-Position am Käfigrand. Ein typisches Bild in Khabibs Kämpfen, welches sich erwartungsgemäß auch hier wiederspiegelt.

Auch wenn ragin Al am Ende der Runde wieder auf die Beine kommt, denkt sich der geneigte Betrachter, dass er dieses Spielchen unmöglich lange würde durchhalten können. Der 2. Durchgang ist dann auch ein Spiegelbild der Eröffnungsrunde. Dieses Mal allerdings versucht sich Nurmagomedov zusätzlich an ein paar Submissions, die Iaquinta allerdings recht gut abwehren kann. Das Bild des Kampfes ändert sich ab der dritten Runde, als Khabib mitbekommt, dass er auch im Stand besser mithalten kann, als viele denken. Mit jeder Menge Jabs im Laufe dieser Runde im Standup lässt er Al Iaquinta mit deutlich gezeichnetem Gesicht in die Rundenpause gehen.

Plötzlich scheint Nurmagomedov Gefallen daran zu finden, sich im Stand zu bekämpfen. Überraschend selbstbewusst belässt er den Kampf auch diese Runde auf den Beinen und setzt Iaquinta mit einem wahren Trommelfeuer an Jabs schwer zu. Nach diesem Durchgang war völlig klar, dass ragin Al auf den Punktezetteln weit hinten liegt und er deshalb im letzten Durchgang alles auf eine Karte würde setzen müssen. Und Al Iaquinta blieb nichts schuldig.

Er feuerte in den letzten 5 Minuten aus allen Rohren und suchte den Knockout. Für ein wenig Verwirrung sorgt dieser auch, als er gegen den viellecht besten Ringer in der UFC selbst einen Takedownversuch unternimmt, was auf Khabib wohl wie Majestätsbeleidigung gewirkt haben muss. Am Ende muss man konstatieren, das Iaquinta ausser einer ganz guten letzten Runde, welche sicherlich dem Mute der Verzweiflung geschuldet war, Khabib Nurmagomedov nichts entgegenzuestzen hatte.

Folgerichtig durfte dieser sich dann auch mit einem deutlichen Punktsieg den Leichtgewichtsgürtel umschnallen. Auch wenn die meisten Leute einen klaren Sieg erwartet hatten, muss man Iaquinta dennoch eine couragierte Leistung zu Gute halten. In 5 Runden gelang es dem neuen Champion im Leichtgewicht nicht, den auf dem Papier haushoch unterlegenen Last-Minute-Gegner zu finishen.

Khabib Nurmagomedov holt sich erwartungsgemäß den Titel und es wird für die Zukunft spannend sein, zu sehen, ob er diesen gegen Ferguson oder vielleicht sogar McGregor verteidigen kann, denn trotz seiner dominanten Performance bleiben seine Schwächen offensichtlich. 

And Neeewwww …

 

Weitere Ergebnisse:

Renato Moicano besiegt Calvin Kattar durch UD

Zabit Magomedsharipov besiegt Kyle Bochniak durch UD

Chris Gruetzemacher besiegt Joe Lauzon durch TKO in der zweiten Runde

 

 

 

 

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