UFC Orlando Stephens vs Emmett

by Remo ~ Februar 25th, 2018

UFC Orlando

Das Amway Center in Orlando/ Florida war letzte Nacht Schauplatz einiger Leckerbissen, die jeden MMA-Fan begeistert mit der Zunge schnalzen lassen. Auch wenn der Fokus natürlich auf dem Mainevent zwischen Josh Emmett und Jeremy „who the f… is that guy“ Stephens lag, hatte die Maincard deutlich mehr zu bieten als diesen Hauptkampf…

Max Griffin vs Mike Perry

Den Startschuss zum letzten Teil der Veranstaltung gaben „Platinum“ Mike Perry und der noch vergleichsweise unbekannte Max Griffin. Beide Kontrahenten gingen mit einer Niederlage im Rücken nicht unter den besten Vorraussetzungen in den Kampf. Die Favoritenrolle allerdings fiel relativ klar dem Lokalmatadoren Perry zu. Griffin allerdings gab sich davon sichtlich unbeeindruckt und setzte dem erfahrenen Mike Perry im Standup mächtig zu.

Mit exzellentem Boxen und gutem Movement setzte Griffin immer wieder heftige Nadelstiche und konnte Perry sogar zu Boden schicken. Der war bereits früh gezeichnet und musste sich mit klaffenden Cuts durchbeißen, blieb durch seine Power jedoch mit wilden Schwingern bis zum Ende gefährlich. In einem nahezu reinen Standup-fight behielt Griffin die Oberhand, was sich letztlich auch auf den Scorecards wiederspiegelte und sorgte mit einem überraschenden, aber verdienten Punktsieg für lange Gesichter auf den Rängen.

  • Max Griffin def. Mike Perry per UD

Ilir Latifi vs Ovince Saint Preux

Im zweiten Kampf der Maincard traf der schwedische „Sledgehammer“ auf den einstigen Contender um den Interimstitel im LHW, Ovince Saint Preux, der mit zuletzt drei Siegen in Folge wieder in die Erfolgsspur zurückfand. Latifi allerdings machte OSPs Ambitionen auf einen erneuten Titelkampf  mit einem überraschend schnellen Sieg zunichte. Nach einem vergleichsweise ereignisarmen Auftakt erwischte Latifi seinen Gegner mit einem harten linken Haken, welcher OSP in den Survivalmodus zwang. Der mit 1,78 m relativ kleine Latifi allerdings nutzt die Gunst der Stunde und schickte den sehr viel größeren OSP mit einer standing guillotine ins Reich der Träume.  Starke Vorstellung von Latifi, die Lust auf mehr macht.

  • Ilir Latifi def. Ovince Saint Preux per submission in der 1. Runde

Tecia Torres vs Jessica Andrade

Der Co-Mainevent des Abends gehörte den Damen. Und zwar nicht irgendwelchen, sondern Tecia Torres und Jessica Andrade. Die an Nr. 2 im Strawweight gerankte Brasilianerin, die sich zuletzt mit einem Sieg gegen Claudia Gadelha für ihre Niederlage im Titelkampf gegen Joanna Jedrzejczyk rehabilitieren konnte, ging entsprechend selbstbewusst in den Kampf.

Doch auch Torres, die Nr. 5 der Rangliste, musste sich mit einer Serie von 3 Siegen hintereinander keineswegs verstecken. Und das tat sie auch nicht. Mit gutem Boxen setzte setzte sie anfangs viele kleine Nadelstiche gegen die heranstürmende Andrade und konnte mit schnellem Counterpunching und guter Beinarbeit punkten. Andrade allerdings zeigte, aus welchem Holz sie geschnitzt war und blieb von diesen Treffern eher unbeeindruckt.

Nachdem sie offenbar einsah, dass ihr eigenes Striking für die schnelle und versierte Torres zu wild und unkoordiniert war, änderte sie ihren Gameplan und verlegte sich aufs Groundgame. Eine weise Entscheidung, denn so kam Andrade mehr und mehr in den Kampf. In der dritten und letzten Runde gelang ihr dann auch ein Takedown nach dem anderen und Torres  fand kaum noch zurück auf die Beine.

Letztlich spiegelte sich diese Wende im Kampfverlauf auch auf den Punktezetteln wieder und Andrade konnte sich mit einer knappen, aber gerechtfertigten Punkteentscheidung den Sieg sichern.

  • Jessica Andrade def. Tecia Torres Per UD

Main Event: Jeremy Stephens vs Josh Emmett

Auf den Hauptkampf des Abends waren nun alle Augen gerichtet, denn der versprach ein wahres Feuerwerk an Punching Power. Und man kann mit Fug und Recht behaupten…der Kampf blieb nichts an Erwartungen schuldig.

Stephens, der durch Siege gegen Gilbert Melendez und Doo Hoi Choi mit breiter Brust ins Gefecht ging, war sicherlich der Favorit in diesem Aufeinandertreffen. Josh Emmett jedoch war mit einer Bilanz von 13-1 und einem zuletzt spektakulären Sieg über Ricardo Lamas in aller Munde. An ihm war es, zu beweisen, dass er mehr war als nur einer von vielen Hypes, was ihm dann zunächst auch eindrucksvoll gelang.

Er setzte dem sehr viel erfahreneren Stephens mit gutem Striking von Beginn an mächtig zu und konnte diesen in der ersten Runde sogar mit einem knackigen Punch zu Boden bringen.

Sein anschließender Ansturm auf Stephens, um den Kampf zu beenden, blieb jedoch erfolglos, was sich in der zweiten Runde rächen sollte. Auch wenn Emmett der effektivere Striker von beiden war, blieb Stephens mit teilweise unpräzisen, aber harten Händen stets gefährlich. Und das sollte sich auszahlen, denn eine dieser Keulen schickte Emmett sichtlich beeindruckt zu Boden.

Dieses Mal war es Stephens, der nun über seinen angeschlagenen Gegner herfiel wie eine Naturgewalt, sein Werk allerdings gründlicher verrichtete als Emmett seinerseits in der ersten Runde. Nach weiteren schweren Treffern am Boden ging der Referee dazwischen und Stephens konnte seinen dritten Sieg in Folge feiern.

Gratulation an Stephens, doch auch von Emmett werden wir ganz sicher noch hören.

  • Jeremy Stephens def. Josh Emmett per KO in der 2. Runde

 

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