UFC 206

by Remo ~ Dezember 11th, 2016

UFC 206

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Letzte Nacht hielt die UFC Einzug im Air Canada Centre in Toronto/Kanada. Nachdem der eigentliche Headliner des Abends, das Rematch zwischen Daniel Cormier und „Rumble“ Johnson, verletzungsbedingt abgesagt werden musste, beförderte man das Federgewichtsduell zwischen Max Holloway und Anthony „Showtime“ Pettis  zum Main Event des Abends. Um die Veranstaltung, der die ganz großen Namen leider fehlten, dem Publikum dennoch schmackhaft zu machen, setzte man in diesem Duell zudem den Interimstitel  quasi als Kirsche auf die etwas fade Torte.

Wir steigen mit dem viertletzten Kampf in die Veranstaltung ein.

Kelvin Gastelum vs Tim Kennedy

TUF-Gewinner Kelvin Gastelum traf auf Tim Kennedy. Beide gingen mit keinen guten Vorraussetzungen in den Kampf. Der durchaus talentierte Gastelum hatte leider in der Vergangenheit immer wieder mit Gewichtsproblemen zu kämpfen. Zuletzt scheiterte er bei UFC 205 am Gewichtslimit, weshalb sein Kampf gegen Cerrone abgesagt werden musste. Um einer solchen Situation vorzubeugen, trat er dieses Mal im Mittelgewicht an, wo ihm stattliche 15 Pfund mehr zur Verfügung stehen. Tim Kennedy, der nach über zweijähriger Pause sein Comeback gab, wollte sich mit einem Sieg gegen Gastelum wieder ins Gespräch bringen.

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In der ersten Runde untermauerte Kennedy dann auch seine Ambitionen und brachte Kelvin Gastelum mehrfach in Bedrängnis. An diese gute erste Runde konnte Kennedy jedoch nicht anknüpfen und Gastelum übernahm mit seinem überlegenen Boxen mehr und mehr die Kontrolle, während Kennedy merklich Konditionsprobleme bekam. In der dritten Runde setzte diese Tendenz fort. Gastelum dominierte den nach Luft japsenden Kennedy nun fast nach Belieben und setzte immer mehr klare Wirkungstreffer. Tim Kennedy hatte ihm nichts mehr entgegenzusetzen und so kam, was kommen musste. Mit schweren Treffern schickte Gastelum ihn zu Boden und der Referee brach den Kampf gegen Mitte der dritten Runde ab, um Kennedy vor weiterem Schaden zu bewahren.

Cub Swanson vs Doo Ho Choi

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In diesem Duell standen sich UFC Veteran Cub Swanson und ein vielversprechendes Talent namens Doo Ho Choi aus Südkorea gegenüber. Swansons Ambitionen konnten nur sein, nach 2 Niederlagen in den letzten 4 Kämpfen mit einem Sieg den Anschluss an die Spitze zu halten. Choi wollte seinerseits beweisen, dass er das nötige Rüstzeug hat, um auch gegen die Besten der Gewichtsklasse bestehen zu können. Was von der reinen Papierform her im Vorfeld nicht wahnsinnig spektakulär daherkam, riss die Zuschauer von Anfang an von den Sitzen und darf als legitimer Kandidat für den Fight of the Year-Award angesehen werden.

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Swanson und Choi schenkten sich nichts und lieferten sich ein Striking-Feuerwerk allererster Güte. Choi setzte mit seinen präzisen Punches immer wieder schwere Treffer, doch auch Swanson stand dem in nichts nach und traf Choi, der an diesem Abend unglaubliche Nehmerfähigkeiten demonstrierte, ebenfalls mit harten Schlägen und schweren Kicks. Volle drei Runden lang lieferten sich Choi und Swanson eine epische Schlacht, an deren Ende beide schwer gezeichnet vor Erschöpfung kaum noch stehen konnten.

Die Zuschauer waren zurecht völlig aus dem Häuschen und man musste zeitweise froh darüber sein, dass es sich hierbei nur um ein Duell über drei Runden handelte. Fünf Runden lang hätte das Dach des Air Canada Centre dem frenetischen Jubel der Fans wohl nicht standgehalten und wäre vermutlich in die Stratosphäre gebrüllt worden.

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Letztlich mussten die Punktzettel über den Gewinner entscheiden und Cub Swanson hatte bei allen drei Punktrichtern die Nase vorn. Die Entscheidung ging insgesamt in Ordnung und Swanson bringt sich mit diesem Sieg wieder in Position für die großen Fleischtöpfe. Der unterlegende Choi allerdings hat trotz der Niederlage eine deutliche Duftmarke gesetzt und bewiesen, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Der junge Südkoreaner wird weiterhin von sich Reden machen und womöglich noch für Furore im Federgewicht sorgen, wenn er fokussiert bleibt und die richtigen Lehren aus der Niederlage zieht. DOO HO CHOI…den Namen sollte man sich merken!

Donald Cerrone vs Matt Brown

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Im Co-Mainevent des Abends traf Donald „Cowboy“ Cerrone auf Matt Brown.

Cerrone wollte seine Siegesserie im Weltergewicht fortsetzen und musste auf dem Weg zu einem Titelkampf Matt Brown aus dem Weg räumen, der nach zuletzt zwei Niederlagen infolge gegen Jake Ellenberger und Demian Maia mit dem Rücken zur Wand stand. Von Beginn an war Cowboy Cerrone der versiertere, variablere und präzisere Striker. Brown hatte zwar auch gelegentlich gute Momente, seine Angriffe wirkten allerdings streckenweise etwas unkoordiniert, wohingegen Cerrone immer wieder mit guten Kicks und Punches durchkam, die Matt Brown mit der Zeit wie kleine Nadelstiche zermürbten.

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Mit zunehmnder Dauer des Kampfes kam Cowboys technisch besseres Striking immer deutlicher zum Tragen. Zu Anfang der dritten Runde waren die stetigen Treffer zuviel für Brown. Cerrone fällte ihn mit einem spektakulären Headkick wie einen alten Baum und Brown blieb nahezu regungslos liegen. KO-Sieg in der dritten Runde. Wieder einmal zeigt Cowboy Cerrone, dass ihm das Weltergewicht offenbar besser liegt, als das Leichtgewicht, und er schiebt sich in den Rankings weiter nach oben in die Nähe des Top-Contender-Statuses.

Max Holloway vs Anthony Pettis

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Dieses Aufeinandertreffen stand von Anfang an unter einem etwas merkwürdigen Stern. Nachdem Conor McGregor der Titel im Federgewicht wegen Inaktivität aberkannt wurde und man Jose Aldo zum neuen (alten) Champion erklärte, erhob man das Duell zwischen Holloway und Pettis zum Top-Contender-Duell. Als sich Daniel Cormier verletzte und somit der Main Event der Veranstaltung ausfiel, erhob man nun also dieses Duell in den Status des Veranstaltungs-Headliners.

Da dies allein aber nicht reicht, um genügend PPV`s zu verkaufen, beförderte man das Gefecht mit einem fadenscheinigen Interims-Titel kurzerhand zum Titelkampf. Soweit-so gut. Als nun noch Anthony Pettis das Gewichtslimit nicht bringen konnte, hätte man normalerweise den Kampf wieder zu einem Nicht-Titel-Kampf degradieren müssen. Da man dem zahlenden Zuschauer einen Pay Per View ohne Titelkampf als Main Event aber nur schlecht verkaufen kann (deshalb ja der dubiose Interimstitel), hat man sich darauf geeinigt, dass im Falle eines Sieges NUR Holloway den Titel bekommt, Pettis aber im Siegesfall weiterhin Titellos im Federgewicht bliebe.

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Nun also zum Kampf. Holloway, der mit einer Serie von 9 aufeinanderfolgenden Siegen entsprechend selbstbewusst in das Duell ging, war im Vorfeld als leichter Favorit anzusehen. Und so, wie es die Papierform verheissen liess, war er tatsächlich der ETWAS Bessere. Sehr beweglich, gute Beinarbeit und exzellentes Konterpunching. Das waren die Attribute, mit denen er Anthony Pettis letztlich den Zahn zog. Auch wenn „Showtime“ Pettis immer mal wieder zu glänzen wusste, muss man doch attestieren, dass Holloway seiner Favoritenrolle gerecht wurde, stets hochkonzentriert wirkte und Pettis mehr und mehr zusetzte.

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Als er „Showtime“ zum Ende der dritten Runde mit schweren Wirkungstreffern sichtlich durchschüttelte, erkannte er sofort seine Chance, den nun sichtlich angeschlagenen Pettis zu finishen und deckte ihn mit derart vielen Punches innerhalb weniger Sekunden ein, dass es dem bedauernswerten Opfer Pettis vorkommen musste, als würden 5 Leute auf ihn einschlagen. Der Referee hatte genug gesehen, brach den Kampf ab. Holloway konnte mit seinem zehnten Sieg infolge gleichzeitig den Gewinn des Interimstitels feiern und darf sich nun auf ein Duell mit dem „wahren“ Champion Jose Aldo vorbereiten. Im Nachhinein trübt allerdings die Tatsache, dass Pettis sich offenbar bereits in der ersten Runde seine rechte Hand brach,, Holloways Sieg ein wenig. Dennoch; Gratulation an Max Holloway. Wir freuen uns auf ein interessantes Duell mit Jose Aldo.

 

 

 

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