UFC 199 Rockhold vs Bisping 2

by Remo ~ Juni 5th, 2016

UFC 199 Rockhold vs Bisping 2

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In Inglewood/Kalifornien gab man sich am 4. Juni bei UFC 199 die Ehre, um die eine oder andere Überraschung zu erleben. Mit Rockhold vs Bisping 2, Cruz vs Faber 3, Holloway vs Lamas, D. Henderson vs Lombard und Poirier vs Green war die Maincard mit hervorragenden Matchups bestückt. Dementsprechend groß war die Vorfreude und sowohl die MMA-Fans in der Halle als auch jene am Bildschirm wurden nicht enttäuscht…

Dustin Poirier vs Bobby Green

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Poirier ging nach seiner Niederlage gegen McGregor im FW mit zuletzt 3 Siegen In Folge gestärkt und selbstbewusst in den Kampf. Hinter Bobby Green standen allerdings große Fragezeichen; hatte er doch seit seiner Niederlage gegen Edson Barboza Ende 2014 nicht mehr im Oktagon gestanden. Poirier konnte seinen Aufwärtstrend klar bestätigen und dominierte Green von Beginn an mit gutem, effektivem Striking. Schon nach etwa 1,5 Minuten war Green nach einer Kombination Poiriers schwer angeschlagen, konnte sich allerdings noch mehr schlecht als recht im Kampf halten. Doch bereits hier konnte man ahnen, dass der Kampf wohl nicht sehr lange dauern würde. Greens Hands-down-Attitüde, die ihm bereits den ersten Knockdown eingebracht hatte, sorgte dann auch letztlich für das endgültige Ende des Kampfes nach etwa 3 Minuten, als er erneut zu Boden ging und Referee Jason Herzog ihn vor weiterem Schaden bewahrte, indem er den Kampf abbrach.

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Klasse Leistung von Dustin Poirier, wenn auch begünstigt durch Greens Spielchen ala Anderson Silva. Man merkt Poirier deutlich an, dass er sich im LW wohler fühlt und der weightcut auf 145 lbs ihn wohl immer einfach zuviel Substanz gekostet hatte.

Dan Henderson vs Hector Lombard

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Der bald 46-jährige (!!!) Dan Henderson stand im zweiten Kampf der Maincard Hector Lombard gegenüber. Beide Kontrahenten kamen mit einer Niederlage in ihrem jeweils letzten Kampf nach Inglewood und kämpften gewissermaßen darum, den Anschluss nicht zu verlieren. Nach einer intensiven ersten Runde, in der beide schwer angeschlagen waren und schwierige Situationen zu überstehen hatten, merkte man Henderson und Lombard zu Beginn der 2. Runde den Respekt vor der Punching-Power des jeweils anderen deutlich an. Nach etwa 1,5 Minuten allerdings fing sich Lombard einen schweren Ellbogen von Henderson ein, nachdem er gerade einen etwas missglückten Headkick abschütteln konnte. Lombard ging zu Boden wie vom Blitz getroffen und als Hendo sofort nachsetzen wollte, verhinderte Referee Herb Dean geistesgegenwärtig, dass sich Hector Lombard eine Woche lang nicht an seinen eigenen Namen erinnern würde, indem er Henderson davon abhielt, ihm ernsthaften Schaden zuzufügen.

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Die Konstanz, mit der Dan Henderson seit mittlerweile gut 2 Jahrzehnten ganz oben mitmischt, ist ein einziges Mysterium. Mit seinen zarten 46 Lenzen und 20 Jahren im MMA ist Hendo wie der berühmte Duracell-Hase und kämpft…und kämpft…und kämpft…

Max Holloway vs Ricardo Lamas

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Mit einer Siegesserie von 8 Siegen im Rücken traf Max Holloway auf Ricardo Lamas. Hier standen sich 2 Fighter gegenüber, die immer irgendwie ganz oben anklopfen, aber den großen Wurf bisher noch nicht geschafft haben. So stand die Frage im Raum, wer von beiden seinen Anspruch, an die ganz großen Fleischtöpfe zu kommen, mit einem Sieg untermauern kann. Schnell war klar, dass der Mann aus Hawaii sehr wahrscheinlich als Sieger das Oktagon verlassen würde. Holloway war von Anfang bis Ende der bessere Mann. Er wirkte fokussierter, konzentrierter, effektiver und kämpfte darüber hinaus äusserst überlegt. In einem Kampf, der fast ausschliesslich im Stand stattfand, kaufte er Lamas von Beginn an den Schneid ab und man hatte nie das Gefühl, dass der Sieger dieses Gefechts nicht Holloway heissen könnte. So wurde dieser dann auch mit einem eindeutigen Punktsieg belohnt, indem alle 3 Punktrichter ihm auf den Punktzetteln alle 3 Runden gaben. Holloway hat mit diesem neunten Sieg infolge ein Zeichen gesetzt und sich wieder ein Stück weiter an die Top 3 der Gewichtsklasse rangekämpft.

Titelkampf im BW: Dominick Cruz vs Urijah Faber

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Eine mittlerweile 10-jährige Fehde mit allerhand Trashtalk und bisher 2 Kämpfen, in denen jeder der beiden jeweils einmal gewinnen konnte, sollte nun mit diesem 3. Kampf der beiden gegeneinander ein Ende finden. Cruz, der sich den Titel unlängst nach einer langen Verletzungspause von Fabers Protege T.J. Dillashaw holte, war in diesem Kampf klar favorisiert. Es gab nicht viele, die Urijah Faber eine reele Chance einräumten. Zu schnell sind doch Cruz` Aktionen, zu unorthodox sein Movement und zu groß sein Reichweitenvorteil. An dieser Stelle würde ich diesen Satz gern mit einem „Aber“ beginnen, jedoch erwiesen sich genau diese Attribute und das damit verbunden „Gesamtpaket Dominick Cruz“ als uneinnehmbare Festung für Faber, der zu keinem Zeitpunkt ein Mittel gegen Cruz` Kampfstil fand. Und so kam es, wie viele bereits prophezeiten.

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Der Titelverteidiger dominierte den Kampf, bot nur selten ein Ziel für Fabers Angriffe und sicherte sich folgerichtig einen deutlichen Punktsieg. Verdienter Erfolg für Cruz, der damit seinen Titel verteidigt und der Fehde mit Faber nun hoffentlich ein Ende gesetzt hat.

Titelkampf im MW: Luke Rockhold vs Michael Bisping

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Ursprünglich wollte Luke Rockhold an diesem Abend beweisen, dass sein Titelgewinn gegen Chris Weidman kein Zufall war. Bedauerlicherweise geistert allerdings wieder das Verletzungsgespenst durch die Flure und so musste Weidman leider wegen Rückenproblemen passen. Der Rest liest sich wie ein MMA-Märchen für Michael „the Count“ Bisping. Fast genau 10 Jahre nach seinem Sieg bei der 3. TUF-Staffel und einer Karriere mit Höhen, aber auch vielen Tiefen, eröffnete sich ihm durch Weidmans Absage plötzlich und unerwartet die Chance auf einen Titelkampf.

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Mit etwa 2 Wochen Vorbereitungszeit wurden dem ohnehin schon schwächer eingeschätzten Bisping kaum mehr Chancen eingeräumt, dem jüngeren und vermeintlich talentierteren, frischgebackenen Champion Luke Rockhold ernsthaft Paroli zu bieten. Offenbar sah das auch Rockhold so, der Bisping augenscheinlich ein wenig unterschätzte, worauf bereits seine Äusserungen und sein Verhalten im Vorfeld hindeuteten. Mit Beginn des Kampfes wirkte der Titelverteidiger dann auch etwas fahrig und unkonzentriert mit seiner Deckung, während Bisping einen wesentlich entschlosseneren Eindruck machte. Wohl wissend, dass dies mit seinen 37 Jahren womöglich seine letzte Chance sein könnte, sich doch noch das begehrte UFC-Gold um die Hüften zu schnallen. Nach etwa 3,5 Minuten der ersten Runde folgte dann das berühmte Happy End, welches jedes Märchen abrundet. Rockhold fing sich eine schwere Linke von Bisping ein, die ihn zu Boden schickte. Zwar kam der Titelverteidiger sofort wieder auf die Beine, war aber deutlich angeschlagen und Michael Bisping witterte umgehend die Chance seines Lebens und man sah ihn schon zu einer weiteren harten Linken Hand ausholen. In diesem Moment war es, als bliebe die Zeit stehen für Bisping und man konnte förmlich sehen, wie ihm all die vergangenen Jahre durch den Kopf gingen.

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Eine lange Karriere mit vielen Höhen und Tiefen, viel Frustration, Enttäuschungen und noch mehr harter Arbeit, die er offenbar jetzt in diesem Schlag mit der Linken bündelte, um den Kampf endgültig zu beenden und den Traum, dem er all die Jahre hinterher gejagt ist, wahr zu machen. Und so schlug diese Linke den noch angeschlagenen Rockhold ein zweites mal zu Boden, der nun schwer benommen am Käfigrand lag. Bisping setzte sofort weiter nach und als sich Referee John McCarthy dazwischen warf, um den Kampf zu beenden, sah man einen entfesselt jubelnden Michael Bisping, der sich nach so langer Zeit mit nunmehr 37 Jahren endlich seinen Traum erfüllen konnte. Und trotz des ganzen Trashtalks in all den Jahren, mit dem sich Bisping viele Feinde gemacht hat; ICH gönne ihm diesen Erfolg. Harte Arbeit schlägt hier Talent.

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MMA-Inside sagt congratulations Michael Bisping! AND NEEEEWWWWWW…!!!

 

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