UFC 198 Werdum vs Miocic

by Remo ~ Mai 15th, 2016

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UFC 198 Werdum vs Miocic

14.5.2016: In der ausverkauften Arena da Baixada fand in Curitiba/ Brasilien, der Geburtsstätte der legendären Chute Box Academy, UFC 198 statt.

Main Event des Abends war Fabricio Werdums erste Titelverteidigung gegen Top-Contender Stipe Miocic. Doch auch die anderen Ansetzungen der Maincard hatten es in sich…

WW-Bout: Bryan Barberena vs Warlley Alves

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Eröffnen durften das Hauptprogramm Bryan Barberena und Warlley Alves. Barberena dürfte vielen als derjenige bekannt sein, der dem Hype um Dana Whites Hoffnungsträger Sage Northcutt mit seinem Submission-Sieg Anfang des Jahres ein jähes Ende setzte. Mit Alves stand ihm der Sieger der 3. TUF-Brazil-Staffel im MW gegenüber. Der Lokalmatador startete furios in den Kampf  und setzte Barberena von Beginn an unter Druck. Der jedoch liess sich von dem wild anstürmenden Alves nicht aus der Ruhe bringen und konnte dem Angriffsfeuerwerk in beeindruckender Manier standhalten

Alves hatte sich in dieser ersten Runde ganz offensichtlich zu sehr auf einen frühen KO versteift und hatte somit nach dem ersten Durchgang bereits den Großteil seines Pulvers verschossen. Bereits in der zweiten Runde sah man den TUF-Gewinner schwer atmen und Barberena, der mit seinen Kräften besser haushalten konnte, kam zusehends besser in den Kampf. Warlley Alves hatte in der Folge nicht viel mehr als halbherzige Angriffe zu bieten. So beendete Bryan Barberena (wie schon gegen Northcutt) eine ungeschlagene Siegesserie, indem er Alves mit einer UD seine erste Niederlage im 11. Kampf zufügte. Bryan Barberena bewies in imposanter Manier, dass sein Sieg gegen Northcutt keine Eintagsfliege war.

LHW-Bout: Mauricio „Shogun“ Rua vs Corey Anderson

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Als nächstes sah man ein echtes MMA-Urgestein im Oktagon.

Pride-Veteran und ehemaliger Chute-Box-Fighter Shogun Rua traf auf Corey Anderson. Rua, der in den letzten 7 Jahren eine sehr durchwachsene Zeit mit zahlreichen Niederlagen hinter sich hat, war hier in der Bringschuld, der Welt und vor allem Curitiba zu beweisen, dass er sich dennoch zumindest einen Teil seines alten Glanzes aus Pride-Zeiten erhalten konnte. Und tatsächlich konnte der Brasilianer überzeugen, hatte Anderson mehrfach am Rande eines Abbruchsieges, welcher ihm jedoch leider zweimal vom Signal zur Rundenpause verwehrt wurde.

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So reichte es am Ende „nur“ zu einem Sieg durch SD, was für Rua allerdings den 2. Sieg in Folge bedeutete. Zuletzt war ihm das im Jahr 2009 mit Siegen gegen Coleman und Liddell gelungen.

Catchweight-bout (140 lbs): Cris „Cyborg“ Justino vs Leslie Smith

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Endlich, endlich, endlich! Nach all den Jahren der Dominanz in Strikeforce, Invicta und anderen Promotions sahen wir hier nun das heiss ersehnte Debut von Curitibas finest, Cris Cyborg, in einem UFC-Oktagon. Im Hinblick auf eine eventuelle Zukunft im Bantamgewicht der UFC und mögliche Kämpfe gegen Miesha Tate, Holly Holm usw. sollte dieser Kampf wegweisend sein. Wie würde Cyborg mit dem weightcut auf 140 lbs zurechtkommen oder würde es sie zu sehr ihrer Stärken berauben und wir sehen eventuell nur eine „zahnlose Löwin“?

Cris Cyborg liess allerdings von Anfang an keine Zweifel aufkommen, machte Leslie Smith mit einer gewohnt aggressiven und dominanten Vorstellung unmißverständlich klar, dass es für sie an diesem Abend nichts zu holen geben wird und sie nicht bereit ist, sich ihr UFC-Debut in ihrer Heimatstadt von ihr vermiesen zu lassen. So konnte Cris in beeindruckender Manier den Kampf nach 1:21 min in der ersten Runde durch TKO für sich entscheiden und damit die Weichen stellen für eine „Ära Cyborg“ in der UFC.

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Wilkommen in der UFC Cris!

MW-Bout: „Jacare“ Souza vs Vitor Belfort

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Im Co-Main-Event des Abends standen sich im Mittelgewicht Ronaldo „Jacare“ Souza und einer der letzten MMA-Dinosaurier, Vitor Belfort, gegenüber. Belfort, der seinen ersten MMA-Kampf vor fast 20 (in Worten zwanzig!) Jahren bestritt und seitdem stets auf oberstem MMA-Niveau mitmischt, wollte bzw. will im Spätherbst seiner Karriere nochmal ganz oben angreifen und seine Titelansprüche mit einem Sieg gegen Souza zementieren. Allerdings dürfte auch der ehemalige Strikeforce-Champion Souza nach beeindruckenden Leistungen mit einem Sieg gegen Belfort berechtigte Ansprüche auf einen Titelkampf anmelden. „Jacare“ war von Anfang an der bessere Mann und setzte Belfort von Beginn an unter enormen Druck. Vitor war Souza einfach nicht gewachsen und sah sich in der Folge schwerem Groundandpound ausgesetzt, von dem er sich einfach nicht befreien konnte. Nach 4:38 min hatte der Referee schliesslich genug gesehen und erlöste den stark gezeichneten Belfort.

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Jacare Souza katapultiert sich mit diesem beeindruckenden Sieg in den Top-Herausforderer Status für den Titel im Mittelgewicht, der in etwa 2 Wochen zwischen Luke Rockhold und Chris Weidman ausgefochten wird.

Titelkampf im HW zwischen Fabricio Werdum und Stipe Miocic.

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Hauptkampf der Veranstaltung war Werdums erste Titelverteidigung nachdem er diesen in imposanter Manier Cain Velasquez abgenommen hatte. Gegner war kein geringerer als Stipe Miocic, der mit eindrucksvollen Siegen gegen Andrei Arlovski und Mark Hunt im Rücken entsprechend selbstbewusst in den Kampf ging. So sehr Werdum noch gegen Velasquez glänzte, so enttäuschend war seine Vorstellung gegen Miocic. Wessen Idee es auch immer war, sich mit dem ehemaligen Golden Gloves Champion Stipe Miocic auf ein Striking-Duell einzulassen; denjenigen sollte Fabricio Werdum schleunigst aus seinem Team verbannen. Zwar konnte der Champion zunächst selbst ein paar gute Treffer anbringen, wurde allerdings schnell zu leichtsinnig.

Als er Miocic etwa zur Hälfte der ersten Runde mit wilden Schwingern und offen wie ein Scheunentor am Käfigzaun entlang jagte, zeigte der Herausforderer, aus welchem Holz er boxtechnisch geschnitzt ist und konterte Werdum im Rückwärtsgang mit einem Lehrbuch-mäßigen Haken zum Kinn ab, der Werdum in der Vorwärtsbewegung kalt erwischte und ihn zu Boden gehen liess, wie eine Bahnschranke. Der Ringrichter bewahrte den offensichtlich bewusslosen Werdum geistesgegenwärtig nach 2:47 min vor weiterem Schaden und beendete den Kampf.

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Somit darf sich nun Stipe Miocic den Gürtel verdient um die Hüften schnallen und ist somit der neue „undisputed UFC-Heavyweight Champion“.

MMA-inside sagt congratulations Stipe. And neeeeeeeewwwwwwwwwwww…….

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