UFC 197 Jones vs Saint Preux

by Remo ~ April 24th, 2016

Jonespreux

UFC 197 Jones vs Saint Preux

Am 23. April war es soweit. In der MGM Grand Garden Arena fand UFC 197 statt. Headliner der Veranstaltung sollte der lang ersehnte Comeback-Kampf des wohl besten Halbschwergewichtlers aller Zeiten werden. Jon Jones gab sich nach über einjähriger Oktagon-Abstinenz die Ehre und wollte der Welt beweisen, dass er den imaginären Titel des poundforpound besten MMA`lers des Planeten noch immer zu Recht trägt…

Zunächst wollen wir uns aber zwei anderen Kämpfen des Events widmen.

Anthony Pettis vs Edson Barboza

pettisbarboza

Für Pettis war es nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen gegen RDA und Eddie Alvarez ein richtungsweisender Kampf. Bei einer dritten  Niederlage in Folge würde die Gefahr bestehen, erstmal den Anschluss an die absolute Spitze zu verlieren. Mit Edson Barboza verbinden viele den vielleicht spektakulärsten KO-Sieg, den man je in einem UFC-Oktagon gesehen hat.

Pettis, der als Favorit in den Kampf ging, konnte den hohen Erwartungen allerdings einmal mehr nicht gerecht werden. Barboza war schneller und präziser in seinem Striking, wirkte fokussierter und war der deutlich effektivere Mann an diesem Abend. Ein ums andere mal schlugen Barbozas Punches und Kicks blitzschnell bei Pettis ein, dem er damit mehr und mehr den Schneid abkaufen konnte. Letztlich verlor „Showtime“ Pettis den Kampf  zu Recht nach Punkten und man wundert sich, was mit dem Anthony Pettis passiert ist, der einst den Gürtel trug, den mittlerweile Rafael Dos Anjos trägt. Nach seiner nunmehr dritten Niederlage infolge drängt sich unweigerlich die Frage auf, wie es nun mit ihm weiter geht und ob er noch den Biss hat, sich wieder ganz oben ranzukämpfen und sich in eine Form zu bringen, die ihm seinerzeit den Titel beschert hat.

Demetrius Johnson vs Henry Cejudo

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Der Co-Mainevent der Veranstaltung war Demetrius Johnsons Titelverteidigung im Fliegengewicht gegen den ungeschlagenen Top-Contender Henry Cejudo. Der Olympiasieger von 2008 im Freistilringen katapultierte sich mit einem furiosen 10-0 Lauf im MMA schnell in die Position des Herausforderers für Langzeitchampion „Mighty Mouse“ Johnson. Nicht wenige prophezeiten den seit langer Zeit schwierigsten Kampf für den Titelverteidiger und sahen in Cejudo eine ernsthafte Bedrohung für Johnson. Der bewies allerdings, aus welchem Holz er geschnitzt ist und zeigte der Welt, dass er nicht umsonst seit vielen Jahren als nahezu unschlagbar gilt. Sind seine Kämpfe zuweilen nicht die spektakulärsten (böse Zungen bezeichnen diese teilweise gar als langweilig), konnte man ihm das am gestrigen Abend nicht vorwerfen.

„Mighty Mouse“ bot eine exzellente Leistung, konnte sich Cejudos Ringen größtenteils entziehen und überraschte mit ungewohnten Muay Thai Skills. Zwar gelang Cejudo zu Anfang des Kampfes ein Takedown, allerdings konnte DJ den Kampf schnell wieder in den Stand verlagern, ohne dass Cejudo einen Vorteil aus dem Takedown ziehen konnte. Champion Johnson traktierte den Herausforderer mit harten Knien zum Körper und zum Kopf. Cejudo hatte Johnsons Muay Thai-Game nichts entgegen zu setzen und so kam, was folgerichtig kommen musste. Etwa zur Hälfte der ersten Runde traf Johnson den Herausforderer mit einem schweren Knie zum Kopf. Cejudo taumelte sichtlich angeschlagen rückwärts und musste zu Boden. Johnson setzte sofort mit schwerem Groundandpound nach und so brach Referee John McCarthy den Kampf nach 2:49 min in der ersten Runde ab.

Chapeau, Demetrius Johnson. Erstklassige Leistung des Titelverteidigers.

AND STIIILLLLL…

Jon Jones vs Ovince Saint Preux

Jonespreux

Main Event des Abends war die Rückkehr des verlorenen Sohnes. Jon Jones sollte an diesem Abend sein triumphales Comeback geben. Als Gegner war ursprünglich Champion Daniel Cormier angedacht und die Rahmenbedingungen für Jones` Comeback sollten ideal zum Vermarkten der Veranstaltung sein. Nach langer Pause sollte er gegen Lieblingsfeind Daniel Cormier „seinen“ Titel zurückholen und sich rehabilitieren für seine Verfehlungen ausserhalb des Oktagons. Leider machte eine Verletzung Cormiers einen Strich durch die Rechnung in diesem Hollywoodreifen Szenario. So wurde aus einem Titelkampf ein Kampf um den Interims-Titel. Aus DC als Gegner wurde OSP, der als einziger in so kurzer Zeit einspringen konnte, um Jones` Comebackkampf doch noch möglich zu machen. Natürlich ist Saint Preux nicht auf dem Level eines Daniel Cormier und im Nachhinein sollte „Bones“ Jones froh darüber sein, dass der Kampf mit Cormier zu diesem Zeitpunkt noch nicht zustande kam. DC seinerseits muss sich geärgert haben, denn nach dem Kampf muss man sagen, dass Jon Jones offenbar noch nicht wieder der alte war und vermutlich werden DC`s Chancen auf einen Sieg gegen seinen Nemesis Jon Jones niemals besser sein, als sie es an diesem Abend gewesen wären. Jones wirkte etwas hölzern und „eingerostet“ und war sicher nicht bei 100 % seiner Leistungsfähigkeit, was in Jones` Fall natürlich aber immernoch ausreicht, um einen OSP deutlich auszupunkten.

Saint Preux gebührt fraglos Respekt dafür, mit so einer kurzen Vorbereitungszeit gegen einen der besten MMA`ler aller Zeiten anzutreten. Mehr als ein paar vereinzelte gute Szenen waren für OSP allerdings nicht drin. Er machte bereits in der dritten Runde einen müden, platten Eindruck, hatte erwartungsgemäß keine Mittel, um Jon Jones ernsthaft zu gefährden und hätte gegen einen Jones bei 100 % wahrscheinlich keine 5 Runden „überlebt“. Dennoch war OSP`s Leistung in Anbetracht der kurzen Vorbereitungszeit respektabel und 5 Runden mit einem Jon Jones bringen seiner Entwicklung sicherlich mehr als mehrere kurzrundige Siege gegen zweitklassige Gegner. Auch für Jones war der Kampf ohne Frage hilfreich und wichtig, um wieder seinen Rythmus zu finden und seinen „Ringrost“ abzulegen. Ein fitter Daniel Cormier hätte ihn heute vor weitaus mehr Probleme gestellt als im ersten Kampf.

Auch wenn Jones` Comeback alles andere als triumphal war, war der Kampf okay als Vorbereitung für das sehr viel anspruchsvollere Rematch mit Daniel Cormier. Insofern steht unterm Strich ein weiteres „W“ im Kampfrekord und der Weg ist geebnet für das grosse Duell um „seinen“ Titel gegen DC.

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