UFC 196 McGregor vs Diaz

by Remo ~ März 6th, 2016

UFC 196 McGregor vs Diaz

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Zwei hochkarätige Kämpfe haben die Veranstaltung am 5. März 2016 in Las Vegas/ Nevada als Headliner getragen. Holly Holm wollte ihre Leistung aus dem Rousey-Kampf mit einem Sieg gegen Miesha Tate untermauern und Conor McGregor betrat erstmals nach seinem 13-Sekunden-Sieg gegen Jose Aldo wieder das Oktagon. Dieses mal jedoch im Weltergewicht…

Holly Holm vs Miesha Tate

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Ende letzten Jahres schockte Holly Holm die MMA-Welt, als sie Ronda Rousey völlig überraschend und in beeindruckender Manier den Titel im Bantamgewicht abnahm. Dieser Abend des 15. November 2015 sollte mit Fug und Recht als eins der größten Upsets in die Geschichtsbücher der UFC eingehen. Als Co-Main Event fand im altehrwürdigen MGM Grand Garden nun also Holly Holms erste Titelverteidigung statt. Gegnerin war niemand geringere als Miesha Tate, die seit ihrer letzten Niederlage gegen ihren Nemesis Ronda Rousey auf eine weitere Titelchance hinarbeitet.

Mit Siegen gegen u.a. Liz Carmouche, Sarah McMann und Jessica Eye hatte Miesha ihren Status als Top-Contender zementiert. Anders als Ronda allerdings, versuchte Miesha nicht, sich mit einer Boxerin/Kickboxerin auf einen Boxkampf einzulassen, agierte stattdessen sehr viel cleverer, setzte auf ihre Stärken und lauerte geduldig auf ihre Chance zu einem Takedown. Die erste Runde war daher geprägt von gegenseitigem Respekt und während Miesha versuchte, einem Schlagabtausch zu entgehen, war Holly Holm ihrerseits bemüht, die Verlagerung des Kampfes auf den Boden zu meiden, wie der Teufel das Weihwasser, was ihr auch zumeist gelang.

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Wie gefährlich Miesha am Boden ist, bewies sie umgehend,als sie in der 2. Runde bereits nach etwa 30 Sekunden einen ersten Takedown landen konnte. Prompt sahen die Zuschauer Miesha in ihrem Element, die dann auch die komplette restliche Runde am Boden bestimmen konnte. Schließlich bekam sie Holly sogar in einem Rear Naked Choke zu fassen, der dem Kampf schon beinahe ein Ende setzte. Allerdings konnte sich Holm aus dieser brenzligen Situation befreien und wurde vom Signal zum Ende der Runde vor weiterem Schaden bewahrt. In der Folge verstand es die Titelverteidigerin, sich einem weiteren Takedown zu entziehen, indem sie sich Tate mit guter Beinarbeit und variablem Striking vom Leib hielt.

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So verging Runde um Runde und Holly ging mit einem leichten Vorteil auf den Punktzetteln in die 5. und letzte Runde. Zunächst sah es danach aus, als würde die Titelverteidigerin den Kampf über die Zeit bringen und mit einem Punktsieg das Oktagon verlassen. Etwa zur Mitte der letzten Runde allerdings gelang es Miesha Tate doch nochmal, den Kampf auf den Boden zu verlagern. Tate verbiss sich wie ein Terrier an der Titelverteidigerin; fest entschlossen, Holly nicht wieder auf die Beine kommen zu lassen und ihre wahrscheinlich letzte Chance des Kampfes zu nutzen. Schließlich gelang ihr am Ende tatsächlich nochmal ein Rear Naked Choke und so witterte sie ihre Chance, die verpasste Möglichkeit aus der 2. Runde wettzumachen. Als Holly sich weder befreien konnte, noch abklopfte, brach Referee John McCarthy den Kampf nach 3:30 sofort ab, als er sah, wie der „Preachers Daughter“ förmlich die Lichter ausgingen.

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Eine euphorische Miesha Tate feierte ihren langersehnten Titelgewinn, während eine bewusstlose Holly Holm langsam wieder zu sich kam.

Fazit: Ich persönlich gönne Miesha den Triumph, auf den sie so lange hingearbeitet hat. Sie hat seit ihren Niederlagen gegen Ronda hart an sich gearbeitet und zuletzt mit guten Siegen gegen gute Gegnerinnen geglänzt.

MMA-inside sagt Congratulations to the neewwwwww UFC-Bantamweight-Champion of the Woooorld.

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Main Event:

Conor McGregor vs Nate Diaz

Dem Main Event des Abends ging allerlei Konfusion voraus, als Leichtgewichtschampion Rafael Dos Anjos etwa 2 Wochen vor dem Kampf mit einem gebrochenen Fuß passen musste. Wie konnte man nun den Main Event retten?
Gegen wen sollte McGregor jetzt kämpfen und in welcher Gewichtsklasse?

Nahezu alle bekannten Namen vom Federgewicht bis zum Weltergewicht wurden gehandelt. Von Jose Aldo über BJ Penn, Frankie Edgar, Cowboy Cerrone, Anthony Pettis bis hin zu Robbie Lawler. Die Bandbreite möglicher Herausforderer war schier endlos. Letztlich wurde es Nate Diaz, der zuletzt nach seiner vielleicht besten Karriereleistung gegen Michael Johnson noch im Oktagon den großmäuligen Iren herausforderte. Das verbale Trashtalk-Feuerwerk war also eröffnet und katapultierte die Frequenz des berühmten Pieptons zum zensieren unflätiger Wörter in astronomische Höhen.

Allerdings warf die Begegnung viele Fragen auf. War Diaz mit nur 11 Tagen Vorbereitung konditionell überhaupt zu einem solchen Kampf fähig? Und was ist mit McGregor? Wie würde er mit einem Gegner klarkommen, der ihm in Größe und Reichweite überlegen ist? Würde er sein einzigartiges Movement und seine Agilität bis ins Weltergewicht konservieren können, oder hat er sich mit einem Kampf 2 Gewichtsklassen über seiner eigentlichen doch zu viel zugemutet?

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Der Kampf verlief zunächst erwartungsgemäß fast ausschließlich im Standup. Zwar konnte McGregor einige gute Hände unterbringen und Diaz schon frühzeitig einen Cut am rechten Auge zufügen, allerdings sah man bereits, dass Conor mit einem hochgewachsenen Mann mit guten Boxingskills schon so seine Probleme hat. McGregor verfehlte sein Ziel öfter, als man es von ihm gewohnt ist und hatte zuweilen Schwierigkeiten, die Distanz zu überbrücken. Diaz konnte seinerseits gute Jabs anbringen und landete einige Konter. Insgesamt allerdings muss man die erste Runde schon an McGregor geben. Ireland-10 Points.

STOCKTON, BITCH!

Leider ging Nate Diaz durch seinen Cut schon ziemlich gezeichnet in den 2. Durchgang und man wurde die Befürchtung nicht los, dass diese Verletzung am Ende möglicherweise kampfentscheidend sein könnte. Die 2. Runde begann ähnlich wie die erste, allerdings gelang es McGregor etwas besser, die richtige Distanz zu finden und er konnte schwere linke Hände unterbringen. Diaz` Cut begann immer stärker zu bluten und schien teilweise seine Sicht zu beeinträchtigen. Nach einer schwierigen Anfangsphase kam jetzt allerdings auch Diaz besser in den Kampf und konnte immer mehr gute Jabs ins Ziel bringen.

Als die Halbzeit der 2. Runde erreicht war, traf Diaz McGregor mit einer starken recht-links Kombination, die Conor sichtbar durchschüttelte. Diaz sah den taumelnden McGregor und hatte jetzt Lunte gerochen. Sofort setzte Nate entschlossen aber dennoch überlegt nach und es hagelte eine recht-links Kombination nach der anderen. Wie schwer McGregor angeschlagen war, konnte man nicht zuletzt an der Tatsache erkennen, dass ER es war, der nun den Kampf in seiner Verzweiflung auf den Boden verlagerte. Gegen einen BJJ-Black Belt sicherlich nicht die beste Idee. So kam, was kommen musste und Nate Diaz nahm dieses Geschenk dankbar an. Schnell manövrierte er sich und McGregor in einen Rear Naked Choke und zwang Dublins finest Conor McGregor nach 4:12 in der zweiten Runde zur Aufgabe.

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Fazit:

Nach 15 (!) Siegen in Folge fand nun auch Conor McGregor seinen Meister. Was festzuhalten bleibt, ist, dass sich bestätigte, was Conors Kämpfe gegen Holloway und Mendes bereits angedeutet hatten. Zum einen hat er offenkundig Schwierigkeiten mit hochgewachsenen Gegnern, die ihm auch in Sachen Reichweite nicht hoffnungslos unterlegen sind. Zum zweiten ist (wie schon gegen Mendes) McGregors schlechtes Groundgame zutage getreten. Diaz hat nun vollendet, wozu Mendes wegen seinem unzureichenden BJJ leider nicht in der Lage war. Hervorragende Leistung von Diaz, der den wohl größten Sieg seiner Karriere einfährt. McGregor muss den Kampf nun sachlich analysieren und sich fragen, in welcher Gewichtsklasse er seine Karriere fortsetzen will. Den Ausflug ins Weltergewicht sollte er meiner Ansicht nach als gescheitertes Experiment verbuchen; bedenkt man, dass an der Spitze neben Champion Lawler auch noch Leute wie Condit, MacDonald, Woodley und Wonderboy Thompson warten. Eine Rückkehr ins Federgewicht allerdings halte ich ebenfalls für eher unwahrscheinlich, da ihn der immense Weightcut auf 145 lbs zusehends schwerer fällt. Am ehesten wird er es wohl im Leichtgewicht versuchen und möglicherweise sehen wir dann ja doch noch den Kampf gegen RDA. Man darf auf jeden Fall gespannt sein.

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