Anderson Silva vs Michael Bisping

by Remo ~ Februar 28th, 2016

Fight Night Silva vs Bisping

27. Februar in London/UK

Fight Night London 27.2.2016

In der O2 Arena in London fand nun also die Fight Night 84 statt, in deren Main Event sich die lebende Legende Anderson „the Spider“ Silva und Michael „the Count“ Bisping gegenüber standen. Lest selbst…

Ein deutscher Schwergewichtler in der UFC

Jarjis Danho vs Daniel Omielanczuk

danho

Doch bevor ich mich dem Hauptkampf widme, möchte ich kurz auf einen aus deutscher Sicht interessanten Kampf in den Prelims eingehen. Als erster deutscher Schwergewichtler gab der Nürnberger Jarjis Danho sein UFC-Debut und traf dabei auf den Polen Daniel Omielanczuk. Der Kampf begann vielversprechend für Danho. Gleich zu Anfang konnte er einige gute Hände unterbringen und es sah alles danach aus, als sollte sein erster Kampf in der UFC nach Plan verlaufen. Allerdings fing er sich aus einem Clinch heraus eine gute Linke des Polen ein und war kurzzeitig sichtlich beeindruckt. Die erste Runde verlief ohne weitere nennenswerte Szenen und unterm Strich konnte man diese durchaus Danho geben.

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Bereits in der zweiten Runde wirkten beide Kontrahenten schon ziemlich platt, was zur Folge hatte, dass die Punches unpräziser und die Bewgungen langsamer wurden. Irgendwie schien die Luft schon in dieser 2. Runde raus zu sein und beide wirkten etwas ideenlos. Die 3. Runde begann dann auch, wie die 2. endete und es gab auch hier keine signifikanten Aktionen auf beiden Seiten, bis sich nach etwa 1,5 Minuten eine Szene ereignete, die sich als kampfentscheidend herausstellen sollte. Nach einem Angriff Danhos traf Omielanczuk den deutschen mit einer Linken genau aufs Suspensorium, weshalb Danho umgehend zu Boden ging und Daniel Omielanczuk dem knienden Jarjis Danho nochmal eine weitere Linke einschenkte, bevor der Referee den Kampf unterbrach. Nach einer minutenlanger Diskussion kam man schließlich zu dem Ergebnis, den Kampf an dieser Stelle abzubrechen und die Punktezettel auszuzählen. Mit 29-29, 29-28 und nochmal 29-28 ging der Sieg damit durch eine MD an Daniel Omielanczuk. Insgesamt natürlich ein äusserst unbefriedigendes Debut für Jarjis Danho. Schade drum kann man da nur sagen und hoffen, dass Danho noch eine weitere Chance bekommen wird.

Anderson Silva vs Michael Bisping

Anderson_Silvabisping

Nun also ein paar Zeilen zum Main Event der Veranstaltung. Der legendäre Anderson Silva traf nach seiner einjährigen Sperre auf einen anderen Veteranen des Sports. Michael „the Count“ Bisping. In seinem lediglich 3. Kampf in über 2 Jahren wollte sich der mittlerweile fast 41-jährige Silva noch ein letztes mal für einen Titelkampf positionieren. Doch auch der nur unwesentlich jüngere Bisping war entschlossen, im Herbst seiner Karriere mit einem Sieg gegen die lebende Legende Silva nochmal ganz oben angreifen zu können. Bisping wirkte von Anfang an konzentrierter, entschlossener und schlichtweg besser vorbereitet.

In der ersten beiden Runden war „the Count“ klar der bessere Mann. Er bestimmte das Tempo, hatte die sogenannte Center Control auf seiner Seite und glänzte durch schnelle Hände und sehr gutes Distanzgefühl. Anderson Silva brachte seinerseits bis dato nicht allzuviel zustande, schien das ganze nicht ernst genug zu nehmen und zog es vor, sich in seinen üblichen Clownereien und Mätzchen zu verlieren, die ihm bereits die erste Niederlage gegen Weidman einbrachten. Zum Ende der 2. Runde gelang Bisping gar ein Knockdown, leider konnte er Silva allerdings nicht finishen. Die 3. Runde war dann schon etwas ausgeglichener. Am Ende dieses dritten Durchgangs allerdings trug sich eine etwas kontroverse Szene zu.

Saved by the bell

Michael Bisping verlor im Eifer des Gefechts seinen Mundschutz, Herb Dean bückte sich, um diesen aufzuheben, unterbrach den Kampf dafür allerdings nicht. Währenddessen signalisierte Bisping in Herb Deans Richtung, dass ihm eben dieser Mundschutz rausgefallen sei. Etwas abgelenkt von dieser Szene vernachlässigte Bisping seine Deckung, woraufhin Anderson Silva ihn eine Sekunde vor Rundenende mit einem Flying Knee traf. Bisping ging quasi mit dem Pausensignal zu Boden. Silva sprang auf den Zaun und feierte sich wie der Sieger, hatte er offenbar nicht mitbekommen, dass der Kampf nicht abgebrochen, sondern lediglich die Runde zu Ende war. Bisping war buchstäblich „saved by the bell“.

Bevor jemand Silva das klar zu machen vermochte, vergingen Minuten, in denen sich Bisping von diesem schwerem Knockdown erholen konnte. Schließlich jedoch beruhigte sich die Szenerie wieder und der Kampf wurde mit der 4. Runde fortgeführt. Bisping war nun sichtlich von einem Cut gezeichnet und es fiel ihm zusehends schwerer, seine konzentrierte Vorstellung zu konservieren. Im weiteren Kampfverlauf kam Silva, auch durch Bispings Verletzung, etwas besser in den Kampf und traf ihn nochmal mit einem guten Frontkick ins Gesicht. Bisping allerdings kämpfte wie ein Löwe und hatte dann am Ende auch die Nase vorn. Alle drei Punktrichter werteten mit 48-47 für Bisping, der den Kampf damit durch UD gewinnen konnte.

Allen Kontroversen zum Trotz muss man folgendes konstatieren, wenn man diesem Kampf ein Fazit entlocken möchte: Michael Bisping bot eine hervorragende Vorstellung gegen einen der besten aller Zeiten. Er war exzellent vorbereitet, war der Aggressor, ließ sich nicht auf Silvas Spielchen ein, hatte die Center Control, bestimmte über weite Strecken das Tempo, landete wesentlich mehr Treffer und gewann den Kampf deshalb völlig zu Recht nach Punkten. Anderson Silva wirkte fahrig, lustlos und unkonzentriert. Er veschenkte den Sieg, wie schon gegen Weidman, mit unnötigen Mätzchen und wurde von Bisping schlichtweg „outworked“.

Klasse Leistung von Bisping und wieder mal eine arrogante Vorstellung von Silva.

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