„Rumble“ Johnson vs Ryan Bader

by Remo ~ Januar 31st, 2016

Fight Night Johnson vs Bader

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30. Januar 2016 in Newark/ New Jersey

UFC Fight Night Johnson vs Bader
30. Januar 2016

In Newark/New Jersey sollte am Abend des 30. Januar zwischen Anthony „Rumble“ Johnson und Ryan „Darth“ Bader der Nr.1 Contender auf den LHW-Titel ausgefochten werden. Allerdings bot die Maincard neben dem Headliner der Veranstaltung noch weitere interessante Begegnungen…

Sage Northcutt vs Bryan Barberena

Eröffnen durfte die Maincard Sage Northcutt, der mit einem riesigen von Dana White initiierten Hype im Rücken und einer 7-0 Bilanz nach New Jersey kam. Sein Gegner sollte Bryan Barberena sein. Bryan wer? Nun, Barberena ist ein durchaus solider Mann, ohne allerdings jemals nachdrücklich in Erscheinung getreten zu sein.

Viele würden ihn als typischen Midcard-Fighter bezeichnen. Seinen Namen nicht zu kennen, ist nun also selbst für eingefleischte MMA-Fans nicht unbedingt eine Bildungslücke. Der Plan war also, Northcutt und den ihn umgebenden Hype weiter auszubauen, indem man ihm einen „schlagbaren“ Gegner vorsetzt, der ihn nicht zu sehr fordert, aber dennoch nicht als Kanonenfutter bezeichnet werden darf. So weit also der Plan. Barberena allerdings war offenbar ganz und gar nicht mit seiner „Rolle“ als Aufbaugegner einverstanden.

War die erste Runde noch relativ ausgeglichen, verlagerte sich der Kampf in der 2. Runde relativ schnell auf den Boden, wo Northcutt eklatante Schwächen offenbarte. Letztlich konnte Barberena einen Arm-Triangle ansetzen und obwohl er sich noch in der half guard befand und demnach nicht den nötigen Druck für einen Arm-Triangle entwickeln konnte, klopfte Northcutt zum Erstaunen vieler bereits ab.

The Hypetrain is derailed

Ein durchschnittlicher UFC-Kämpfer hat Danas Golden Boy also gnadenlos „exposed“ und dem UFC-Präsidenten und seinen Plänen deftig in die Suppe gespuckt. Northcutt dürfte nach diesem ungewöhnlichen Tapout erstmal das Image des Quitters anhaften und es wird nun interessant sein, zu sehen, wie der mit 19 Jahren jüngste Kämpfer im gesamten UFC-Roster diese derbe Enttäuschung mental verarbeiten wird. Jetzt muss er zeigen, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Andernfalls wird seine UFC-Karriere genauso jäh beendet sein, wie sie begonnen hat.

Dont believe the hype!

Jimmie Rivera vs Luri Alcantara

Im zweiten Kampf der Maincard traf Lokalmatador Jimmie Rivera auf den erfahrenen Brasilianer Luri Alcantara.
Rivera bestimmte den Kampf von Anfang an und übte permanent Druck auf Alcantara aus, der deshalb vorwiegend im Rückwärtsgang agieren musste und dadurch nie in den Kampf fand.

Rivera war der Aggressor und diktierte den Kampf von der Mitte des Oktagons aus, was sich letztlich auf den Punktezetteln bemerkbar machte.

Jimmie Rivera gewann verdient durch UD und konnte damit seinen 18. (!) Sieg in Folge einfahren.

Josh Barnett vs Ben Rothwell

barnett

Im Co-Mainevent des Abends trafen zwei wahre Veteranen aufeinander. Josh Barnett, ein echter MMA-Dinosaurier, der sein MMA-Debut vor 19 (in Worten Neunzehn) Jahren gab, traf auf „Big“ Ben Rothwell, der seinerseits auch auf eine lange Karriere zurückblicken kann. Mit kombinierten über 80 Kämpfen stand nun also geballte Erfahrung im Oktagon. Mit beeindruckenden Siegen gegen Brandon Vera, Alistair Overeem und Matt Mitrione ging Rothwell entsprechend selbstbewusst in den Kampf gegen Barnett, der ebenfalls zuletzt mit einem Sieg gegen Roy Nelson überzeugen konnte.

In der ersten Runde, die vom Standup geprägt war, gelangen Barnett immer wieder gute Treffer mit Jab und Gerade. Der „Warmaster“ konnte mit schnellen, präzisen Punches und guten Reflexen überzeugen, was dazu führte, dass Rothwell, der immer wieder Luftlöcher schlug, bereits nach dem ersten Durchgang deutlich gezeichnet war. Für Barnett hätte die erste Runde kaum besser laufen können.

big ben

Die 2. Runde verlief zunächst ähnlich, bis sich Barnett etwas ungeschickt im Stand mehr oder weniger selbst in einen Guillotine/Gogo-Choke hinein manövrierte. „Big Ben“ ergriff sofort die Chance, brachte den „Warmaster“ mit dem Choke zu Boden, wo er ihn noch um einiges effektiver anziehen konnte und zwang Josh Barnett zum ersten mal in seiner langen Karriere dazu, wegen einer Submission abzuklopfen.

Schade für Barnett, der damit wohl mit 38 Jahren seine letzte Chance auf einen Titelkampf verspielt hat. Rothwell hingegen scheint im Herbst seiner Karriere nochmal regelrecht aufzublühen. Nie hat man einen besseren, stärkeren Ben Rothwell gesehen als momentan. Nach einem weiteren Sieg gegen einen großen Namen darf sich Rothwell nun berechtigte Hoffnungen auf einen Eliminator-Kampf für den Top-Contender Status auf den HW-Titel machen.

Gratulation „Big Ben“!

Anthony „Rumble“ Johnson vs Ryan Bader

Um den Top-Contender Status ging es auch im Headliner der Veranstaltung.
„Rumble“ Johnson traf auf Ryan Bader.

Cormier knows best

Viel ist im Vorfeld darüber diskutiert worden, dass eigentlich „Darth“ Bader nach einer eindrucksvollen Siegesserie die Titelchance verdient gehabt hätte, die zuletzt Alexander Gustafsson bekam. Nun wurde Bader also ein weiterer Stolperstein auf dem Weg zum Titelkampf vorgesetzt, der es allerdings in sich hatte. Kein geringerer als der wohl poundforpound gefährlichste Puncher in der UFC sollte sein Gegner sein. Anthony „Rumble“ Johnson wollte sich seinerseits mit einem Sieg gegen Bader für eine weitere Titelchance positionieren. Daniel Cormier hatte bereits gezeigt, wie man Johnson knacken kann und dass ein guter Wrestler dazu durchaus in der Lage ist.

Nun konnte auch Ryan Bader auf eine überaus erfolgreiche Wrestling-Karriere zurückblicken und rechnete sich nicht zuletzt deshalb Chancen aus, Johnson ebenso in die Knie zu zwingen, wie es Cormier vorgemacht hatte.

Leider fanden Baders Bestrebungen ein jähes Ende, als er Johnson schon Anfang der ersten Runde mit einem Takedown zu Boden befördern wollte. Mit einem guten Sprawl entschärfte Johnson geistesgegenwärtig Baders Angriff und manövrierte sich darüberhinaus in die Top-Position. Mit einem halbherzigen Kimura-Versuch, der eher dazu diente, Johnsons Arm nicht freigeben zu müssen, als ihn zur Aufgabe zu zwingen, konnte Bader zunächst noch schlimmeres verhindern. Jedem war allerdings schnell klar, dass es für Ryan Bader in dieser Position brutal ins Auge gehen wird (was für ein Wortspiel…), sobald es Johnson schaffen würde, seinen Arm zu befreien. Und so kam dann auch, was kommen musste. Johnson gelang es, seinen Arm in der Top-Position frei zu bekommen und so ließ er brachiale Powerpunches auf Bader niederregnen, was den Referee unmittelbar dazu veranlasste, den Kampf nach 1:26 min in der ersten Runde abzubrechen und Bader vor schwerem Schaden zu bewahren.

„Rumble“ Johnson hat mit dieser Leistung eine klare Duftmarke gesetzt und seinen Anspruch auf einen erneuten Titelkampf in beeindruckender Manier untermauert.

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