T.J. Dillashaw vs Dominick Cruz

by Remo ~ Januar 18th, 2016

Fight Night 81 Dillashaw vs Cruz

17. Januar 2016 in Boston/Massachusetts

T.J. Dillashaw vs Dominick Cruz

belt

Am dritten Wochenende des neuen Jahres fand der vielleicht bedeutungsvollste Kampf in der Geschichte des Bantamgewichtes statt. Champion T.J. Dillashaw traf auf Ex-Champ Dominick Cruz. Von vielen Verletzungen gebeutelt war dies Cruz` erster Auftritt im Oktagon nach einer über einjährigen Pause…

Seinen Platz als BW-Champion nahm in dieser Zeit T.J. Dillashaw ein, der Dominick Cruz mit eindrucksvollen Siegen gegen Renan Barao und Joe Soto als Titelhalter beerbte und mit seinen Leistungen deutlich machte, dass er nicht nur als Platzhalter für Cruz gesehen werden sollte. Nun kam es also zum Aufeinandertreffen der zweifellos besten Bantamgewichtler. Der Kampf schürte hohe Erwartungen und eins vorweg…er konnte sie ohne Frage erfüllen. Was die Zuschauer im TD Garden in Boston zu sehen bekamen, war ein Gefecht auf allerhöchstem Niveau.

Geprägt war der Fight von Anfang an vom außergewöhnlichen Movement beider Kämpfer. Dillashaw war der Aggressor und etwas aktivere in seinem Striking. Cruz bestach durch seine unglaubliche Schnelligkeit, Beweglichkeit und erstklassigen Reflexe, was dazu führte, dass Dillashaw für seine Verhältnisse wenig Angriffe ins Ziel bringen konnte. Cruz war nahezu über die gesamte Kampfdistanz damit beschäftigt, Dillashaws Angriffen auszuweichen, konnte aber seinerseits dennoch immer mal wieder einige Treffer landen und den Champion sogar mehrmals zu Boden bringen. Insgesamt sahen wir ein intensives Gefecht mit sehr viel Bewegung und einem hohen Output. Die Punktrichter mussten nun also über den Sieger entscheiden.

cruz

Einer wertete den Kampf 48-47 für Cruz, der zweite 49-46 für Dillashaw und der dritte 49-46 für Cruz. Damit konnte sich Dominick Cruz „seinen“ Titel nach langer Abwesenheit zurückholen und ließ einen zu Recht enttäuschten T.J. Dillashaw zurück, der über die Punktrichterentscheidung nur den Kopf schütteln konnte. Tatsächlich hab auch ich Dillashaw vorn gesehen. Er war der Aggressor, der offensiv den Kampf führte und meiner Ansicht nach bessere und härtere Treffer landen konnte, während Cruz größtenteils mit seiner exzellenten Defensive beschäftigt war. Der Kampf war dennoch durchaus eng und eine SD für Dillashaw wäre meines Erachtens nach am schlüssigsten gewesen. Wie allerdings der dritte Punktrichter Cruz den Kampf mit 49-46 geben kann, während ein anderer den Fight genau anderherum gesehen hat (49-46 für T.J.), kann sich mir einfach nicht erschließen. Von einem Fehlurteil zu sprechen, wäre vielleicht übertrieben, aber diskussionswürdig ist es allemal.

Anthony Pettis vs Eddie Alvarez

Im Co-Main Event des Abends trafen Anthony „Showtime“ Pettis und Eddie Alvarez aufeinander. Pettis wollte sich nach seinem Titelverlust gegen Rafael Dos Anjos mit einem Sieg gegen Eddie Alvarez rehabilitieren, um sich für einen erneuten Titelkampf zu positionieren. Alvarez allerdings war bestens gerüstet und vermieste dem Ex-Champ gehörig den Abend. Mit viel geclinche am Käfig in bester Daniel Cormier-Manier beraubte er Pettis zumeist seiner Stärke, den starken Kicks. Mit diesem überaus gut durchdachten Gameplan ließ er Anthony Pettis nie in den Kampf kommen und seinen Rhythmus finden, was sich letztlich nach drei Runden auch auf die Punktezettel auswirkte. Mit einer knappen SD brachte er Pettis seine zweite Niederlage in Folge bei und empfahl sich damit selbst für einen baldigen Titelkampf im Leichtgewicht.

alvarez

Travis Browne vs Matt Mitrione

Einen weiteren interessanten Kampf versprach die Ansetzung Browne vs Mitrione. Beide Kontrahenten wollten nach ihren Niederlagen gegen Arlovski (Browne) und Ben Rothwell (Mitrione) wieder Anschluss finden und hatten sich dementsprechend viel vorgenommen.

Der Kampf begann mit vorsichtigem und einem gewohnt auf Distanz agierenden Travis Browne. Mitrione versuchte immer wieder, mit wilden Schwingern seinen Reichweitennachteil zu egalisieren, was ihm jedoch kaum gelang. Browne vermochte sich den immer mal wieder ungestüm angreifenden Matt Mitrione größtenteils vom Leib zu halten.

happa

Viele Treffer hatte der Kampf nicht zu bieten, einer der wenigen sorgte allerdings für eine der größten Schwellungen, die ich im MMA je an einem Auge gesehen habe, als „Hapa“ Browne Matt Mitrione mit einer steifen rechten erwischen konnte. Dem voraus gingen allerdings zwei unbeabsichtigte „Stiche“ in die Augen, die Browne seinem Kontrahenten versehentlich verpasste und die Mitrione sichtlich beeinträchtigten. Letztendlich konnte Travis Browne seiner Favoritenrolle gerecht werden, brachte Mitrione zum Ende der letzten Runde zu Boden und deckte ihn mit Punches ein, bis der Referee den Kampf nach 4:09 in der dritten und letzten Runde abbrach.

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