Nick Diaz selbst schuld?

by Remo ~ September 19th, 2015

Nick Diaz

Free Nick Diaz

Einige Tage sind nun seit Nick Diaz` 5-jähriger Suspendierung durch die Nevada State Athletic Commission vergangen und die MMA-Welt zeigt sich geschockt. Von Joe Rogan über Ronda Rousey bis zu Chael Sonnen. Die Meinungen innerhalb der Kampfsportgemeinde sind eindeutig. Die Strafe ist erheblich zu hoch; so der Tenor. Eine beispiellose Welle der Solidarität durchzieht die sozialen Medien, die mittlerweile in der Kampagne „free Nick Diaz“ mündet.

Und tatsächlich erscheint die Suspendierung von 5 Jahren ziemlich unverhältnissmäßig; bedeutet sie schliesslich für den jetzt 32-jährigen Nick Diaz praktisch das Karriereende. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass einige andere MMA-Fighter, die der Einnahme leistungsteigernder Substanzen überführt wurden, im Vergleich mit einem „blauen Auge“ davon kamen.

Die Kritik, dass an Diaz seitens der NSAC ein Exempel statuiert wurde ist ebenso gerechtfertigt wie verständlich. Ebenso nachvollziehbar ist der Aufschrei bezüglich der Höhe der Strafe im Vergleich zu Dopingsündern im MMA. Wie kann es also sein, dass Nick Diaz nach der Einnahme von Marihuana für 5 Jahre suspendiert wird, während sein Gegner in betreffendem Kampf, Anderson Silva nur eine 1-jährige Sperre absitzen muss, obwohl er der Einnahme leistungssteigernder Substanzen überführt wurde? Die Unverhältnissmäßigkeit ist also frappierend.

Andere Meinungen?

Das kann man so sehen, muss man aber nicht, denn auch im Fall Nick Diaz gibt es, wie so oft, eine Kehrseite der Medaille.

Diaz` Strafe ist hoch, klar. Aber soll man mit jemandem, der bereits zum dritten Mal nach einem Kampf positiv auf Marihuana getestet wurde, noch Mitleid empfinden? Diaz ist Wiederholungstäter und offenbar unbelehrbar. Konnte man den ersten Fall, in dem Nick Diaz des Marihuanakonsums überführt wurde (2007) noch als „Ausrutscher“ entschuldigen, fiel diese Ausrede schonmal weg, als er 2012 ein zweites Mal erwischt wurde. Dass man ihm nun sogar schon zum dritten Mal Marihuanakonsum nachweisen konnte, kann nur noch mit der „i dont give a f…“-Attitüde erklärt werden, die er auch anderweitig mehr als einmal unter Beweis gestellt hat. Er wusste als gebranntes Kind genau, dass die Einnahme von Marihuana geahndet wird. Und er tat es wieder und wieder.

Man muss ihm also unterstellen, dass es ihm schlichtweg egal war. Dass Marihuana nicht zu den leistungssteigernden Substanzen zählt, ist in diesem Fall zweitrangig. Wenn ich mich den Regeln einer bestimmten Organisation unterwerfe, um dort gutes Geld zu verdienen, muss ich mich nicht über Konsequenzen wundern, wenn ich mich zum wiederholten Male über diese Regeln hinwegsetze. Und wenn die Regeln besagen, dass der Verzehr von Käsebroten unter Strafe steht, werde ich zusehen, Käsebrote zu meiden wie der Teufel das Weihwasser. Schliesslich hängt davon möglicherweise meine berufliche Existenz ab.

Fazit:

Der Fall Nick Diaz sollte bei allem Verständniss für den öffentlichen Aufschrei aus beiden Perpektiven gesehen werden. Die Stimmen, die der NSAC Machtmißbrauch vorwerfen sind ebenso nachvollziehbar wie die, die Nick Diaz  attestieren, wegen seiner Unbelehrbarkeit selbst schuld an dem Dilemma zu sein.

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