Royce Gracie (inkl. Video)

by Remo ~ Mai 2nd, 2015

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Royce Gracie

Heute wollen wir uns mit einem wahren Pionier des MMA beschäftigen. Mit dem Mann, der vielleicht den größten Einfluss auf den Sport hatte.

Royce Gracie kam am 12.Dezember 1966 als Sohn des legendären Helio Gracie zur Welt. Sein Bezug zum Brazilian Jiu Jitsu wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Waren doch sein Vater und sein Onkel die Gründer des BJJ.

So begann er schon in sehr jungen Jahren mit dem Training und durfte infolgedessen bereits mit 18 Jahren seinen Schwarzgurt in Empfang nehmen.Als sein älterer Bruder Rorion das erste UFC-Turnier ins Leben rief, suchte man einen Repräsentanten fürs Brazilian Jiu Jitsu. Ursprünglich sollte seinem großen Bruder Rickson diese Rolle zukommen. Allerdings entschied man sich letztlich für den kleineren und leichteren Royce, da mit einem körperlich unterlegenen Mann wie ihm die Effektivität und Überlegenheit des sehr technisch-lastigen BJJ besser zur Geltung käme. Dieser Plan ging voll auf und UFC 1 markierte den Startschuss für die beispiellose Erfolgsgeschichte des Brazilian Jiu Jitsu ausserhalb Brasiliens.

Royce Gracie führte der Welt eindrucksvoll vor Augen, wie man durch reine Technik sehr viel größere und schwerere Gegner besiegen kann. Er gewann in der Folge 3 der ersten 4 UFC-Turniere und ob man ihm einen Boxer, shootfighter, Ringer, Savate-blackbelt, Karatega oder Tae Kwon Do-Kämpfer vorsetzte; er besiegte sie alle. In einer Zeit, in der MMA noch ein Aufeinandertreffen der Stile war, waren Royces Siege gleichermaßen Siege des noch relativ unbekannten Brazilian Jiu Jitsu.

Nach 5 Jahren Pause bestritt er ein paar Kämpfe bei Pride FC, wo er unter anderem dem „Gracie Hunter“ Kazushi Sakuraba nach einer denkwürdigen Schlacht über 90 Minuten unterlag. Nach 11 Jahren UFC-Abstinenz gab er sein comeback im Oktagon am 27. Mai 2006 gegen Matt Hughes. Während dieser 11 Jahre hatte sich der Sport allerdings rasend schnell weiterentwickelt. Eine neue Generation junger Kämpfer beherschte nun die UFC. Kämpfer, die nicht mehr nur einen einzigen Stil repräsentierten, sondern mehrere Stile trainierten. Muay Thai, Boxen/Kickboxen, Ringen, Judo und vor allem BJJ gehörten nun zur „Grundaustattung“ der neuen Generation MMA`ler. Royce Gracie stand nun also quasi einem MMA-Kämpfer 2.0 gegenüber. Dementsprechend einseitig verlief das Gefecht des 33 jährigen Weltergewichtschampions Matt Hughes gegen den knapp 40 Jahre alten Royce Gracie. Gracie bekam schmerzhaft die rasante Entwicklung des Sports am eigenen Leib zu spüren, die er eine Dekade zuvor selbst eingeläutet hatte. Nach einer geglückten Revanche gegen Sakuraba im Jahr 2007 beendete er dann auch letztlich seine Karriere.

Was bleibt also unterm Strich stehen, wenn man an Royce Gracie denkt?

Gracie war vermutlich der MMA-fighter mit dem größten Einfluß auf den Sport weil er in beeindruckender Art und Weise die Effektivität des Brazilian Jiu Jitsu demonstrierte. Und zwar in einer Zeit, in der die Kampfsportwelt kaum was von grappling und Aufgabegriffen wusste und die Überzeugung vorherschte, daß auf Schläge und Tritte ausgerichtete Kampfsportarten wie Boxen, Kickboxen, Muay Thai usw die effektivsten Methoden wären, einen Kampf für sich zu entscheiden.

Royce Gracie ist es zu verdanken, dass BJJ heute zum Grundrepertoire eines jeden MMA-fighters gehört. Wer heute also in der Weltspitze mithalten will, kommt um ein intensives BJJ-Training nicht herum.

Gracie ist ein Pionier des MMA und ein Wegbereiter für den Sport. Der Name Royce Gracie wird für alle Zeit mit dem MMA verbunden bleiben und man wird sich an ihn erinnern als den Mann, ohne den MMA nicht die Entwicklung genommen hätte die uns heute so technisch hochwertige Kämpfe beschert.

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