Mirko Crocop (inkl.Video)

by Remo ~ April 26th, 2015

crocop

Mirko Crocop

Heute befassen wir uns mit einem der spektakulärsten MMA`ler aller Zeiten und (zugegebenermaßen) einem meiner Lieblingsfighter.

Die „Croatian Sensation“
Mr. Left Highkick

Mirko Filipovic erblickte das Licht der Welt am 10. September 1974 im heutigen Kroatien, wo er zusammen mit seiner ältere Schwester in einer Arbeiterfamilie aufwuchs. Seine Kindheitsidole waren Bruce Lee und Jean Claude van Damme, denen er in der Garage seines Vaters nacheiferte, indem er einen Sandsack bearbeitete und mit Gewichten trainierte.
Mit 19 Jahren trat Mirko der kroatischen Armee bei, die er allerdings nach kurzer Zeit wieder verließ, um der kroatischen Polizei beizutreten.

Im gleichen Jahr bestritt er sein Debut im Kickboxen und besiegte dabei niemand geringeren als Jerome LeBanner. Nachdem er als nächstes gegen K-1 Legende Ernesto Hoost verlor, widmete er sich dem Boxen und seiner Polizeikarriere.
In der Folge wurde er 3 mal Landesmeister im Boxen und trat einer kroatischen Anti-Terror Einheit bei, was ihm schliesslich den Beinamen „Cro Cop“ einbrachte, was für „croatian cop“ steht.

Nach ein paar erfolgreichen Jahren im K-1 und dortigen Siegen über große Namen wie Remy Bonjasky, Mark Hunt, Peter Aerts oder Glaube Feitosa wechselte er schließlich zum MMA und kämpfte fortan für Pride FC. Das war der Startschuss für eine der größten Pride-Karrieren überhaupt.
Nach einem Remis gegen den damaligen Mittelgewichtschamp Wanderlei Silva und Siegen gegen die Pride-Legende Kazushi Sakuraba und die MMA-Veteranen Heath Herring und Igor Vovchanchyn (knockout of the year 2003) stieg Mirko Crocop nicht zuletzt durch seinen spektakulären Kampfstil schnell zum gefeierten Star der Organisation auf.
Im Laufe der Jahre kristallisierten sich Crocop, „Minotauro“ Nogueira und Fedor Emelianenko als die „großen 3“ der Organisation im Schwergewicht heraus und so kam es, dass am 9.November 2003 Crocop und Minotauro Nogueira um den Interims titel im Schwergewicht kämpften, welchen Big Nog durch armbar in der 2. Runde für sich entscheiden konnte.
Allerdings bremste diese Niederlage Crocops Aufstieg nur bedingt und nach einem „Ausrutscher“ gegen Kevin Randleman, der Crocop mit einem krachenden Haken ausknockte, setzte er seine Siegesserie fort, indem er weitere namhafte Gegner wie Alexander Emelianenko und Mark Coleman schlug und sich zudem in einem rematch gegen Randleman für die Niederlage im ersten Kampf revanchieren konnte.
Somit waren alle Voraussetzungen gegeben für den damaligen Traumkampf aller Pride-fans.
Mirko Crocop vs Fedor Emelianenko.

Fedor galt seinerzeit als das Maß aller Dinge in Pride und im MMA generell. Nicht vielen wurde ein Sieg gegen ihn zugetraut. Crocop war einer der wenigen, der die Waffen dazu hatte.
Am 28.August 2005 kam es dann zum großen showdown und dem wohl am meisten herbeigesehnten Kampf der MMA-Welt.
Das Aufeinandertreffen der beiden hielt, was es im Vorfeld versprach und wurde zu einem der spannendstem MMA-Kämpfe aller Zeiten. Letztlich konnte keiner der beiden den Sieg vorzeitig holen und so gaben letztlich die Punktrichter den Ausschlag zugunsten Emelianenkos, der damit den Kampf zu Recht nach Punkten gewann.
Crocop blieb dennoch einer der großen Stars der Organisation und besiegte in der Folge noch Wanderlei Silva und zwei weitere male Josh Barnett, holte sich damit den pride world grand prix openweight Titel und beendete mit diesem Sieg seine Pride-Karriere.
Nun wollte er seine Karriere mit Erfolgen in der UFC endgültig krönen und gab sein Debut am 3. Februar 2007 gegen Eddie Sanchez, doch irgendwas war anders.
Crocop wirkte nicht mehr so überlegen und selbstbewusst wie in seiner Pride-Zeit. Möglicherweise hatte er die Umstellung vom Ring auf ein Oktagon etwas unterschätzt und so bezwang er Eddie Sanchez zwar, aber erste Zweifel kamen auf, ob er nach so vielen Jahren in einem normalen Ring die Umstellung auf einen Käfig so ohne weiteres schaffen würde.
Ein paar Monate später bestätigten sich die Befürchtungen, als er gegen den BJJ black belt Gabriel Gonzaga antrat, der damals ein eher unbeschriebens Blatt war. Was anfangs als „lästige Pflicht“ in Vorbereitung auf einen Titelkampf vorgesehen war, wurde zur schwärzesten Nacht in Crocops Karriere. Gonzaga, seineszeichens ausgemachter BJJ-Spezialist, allerdings mit Schwächen im standup, knockte Mirko Crocop kurz vor Ende der ersten Runde mit einem fulminanten Kick zum Kopf brutal aus und sorgte damit für die vielleicht größte Überraschung des Jahres.
Er besiegte ihn quasi mit seiner eigenen Waffe, dem headkick.

Crocop war danach nie mehr der alte. Ob das an dieser Niederlage, an seinem Alter oder an der Umstellung vom Ring aufs Oktagon lag; ich vermag es nicht zu sagen. Vermutlich war es eine Mischung aus all diesen Faktoren, die dazu führte.
In der Folge verlor er (nach einem kurzen Intermezzo bei Dream in Japan) gegen Cheick Kongo, Junior dos Santos, Frank Mir, Brendan Schaub und Roy Nelson, bevor er die UFC mit mehr Niederlagen als Siegen verließ.
Nach ein paar Engagements in kleineren Promotions gab Mirko Crocop am 11.April 2015 sein Comeback in der UFC mit nunmehr 40 Jahren.
Hier bekam er nun die Chance, sein persönliches Waterloo auszumerzen und in einem rematch gegen Gabriel Gonzaga zu beweisen, dass Gonzagas Sieg 7 Jahre zuvor mehr ein Glückstreffer war und er (Crocop) eigentlich der bessere von beiden ist.
Anfangs schien es, als würde Mirko Crocop erneut den kürzeren ziehen, denn Gonzaga bestimmte den Kampf zwei Runden lang, ohne dass Crocop ihm viel entgegensetzen konnte.
In der 3. Runde allerdings erwischte er Gonzaga mit einem schweren Ellbogen, der ihn sichtbar durchschüttelte. Gonzaga ging prompt in den Überlebens-Modus über und versuchte sich, über die Zeit zu retten, konnte sich von dem schweren Treffer aber nicht mehr erholen. Mirko Crocop witterte seine Chance, ging dem zu Boden gehenden Gabriel Gonzaga sofort hinterher und gab ihm mit schwerem groundandpound den Rest. Der referee hatte genug gesehen und brach den Kampf nach 3:30 min in der 3. Runde ab, was Mirko Crocop den Sieg durch TKO und damit die gelungene Revanche bescherte.
Trotz dieses Sieges ist es offensichtlich, dass er seine beste Zeit lange hinter sich hat und mit den besten längst nicht mehr mithalten kann. Er sollte es meiner Meinung nach damit nun auch gut sein lassen und seine Legende nicht noch mehr kaputt machen.

Auch wenn er bei Pride nie aus dem Schatten des schier übermächtigen Fedor Emelianenko heraustreten konnte, war Mirko Crocop durch seinen Kampfstil fraglos einer der spektakulärsten MMA`fighter aller Zeiten. Seine headkicks gegen Wanderlei Silva, Alexander Emelianenko, Mark Hunt und viele andere werden unvergessen bleiben. In seiner besten Zeit war er einer der besten Schwergewichtler der Welt mit exzellentem striking und aussergewöhnlicher takedowndefense.

Aus diesen Gründen ist die croatian sensation Mirko Crocop (ungeachtet seiner sehr durchwachsenen letzten Karrierejahre) eine wahre MMA-Legende.

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