Mark Coleman (inkl.Video)

by Remo ~ April 4th, 2015
Mark Coleman (inkl.Video)
Coleman, der am 20.12.1964 in Freemont im US Bundestaat Ohio geboren wurde, entdeckte schon früh seine Leidenschaft fürs Ringen…

 

Nach einigen Erfolgen in der frühen Jugend ging er schließlich auf die Ohio state Universität und errang dort im Jahr 1988 die renommierte Meisterschaft der NCAA.
Nicht zuletzt aufgrund dieses Erfolges schaffte er es sogar bis in die Nationalmannschaft der USA, für die er im Jahr 1991 die Silbermedaille in der 100 kg Klasse erringen konnte.
Dies war seine erfolgreichste Zeit als Ringer und so konnte er obendrein Goldmedaillen bei den
Pan-am championship in den Jahren 1990, 91 und 92 gewinnen.

 

1992 war schließlich das Jahr, das den Höhepunkt seiner Ringer-Karriere bedeuten sollte; denn in diesem Jahr konnte er sich mit der Teilnahme an den olympischen Spielen in Barcelona einen lang gehegten Traum erfüllen. Allerdings hatte sich Coleman etwas mehr erhofft, als den 7.Platz, der für ihn dabei heraussprang. Nach dieser Enttäuschung suchte er desillusioniert eine neue Herausforderung.

 

Wechsel zum MMA:

 

1996 war das Jahr des Umbruchs in seiner Karriere.

 

Ich sah diesen UFC event und dachte, das ist das geilste, was ich je gesehen hab. Ich hoffte inständig, dass die Kämpfe wirklich echt waren.
Richard Hamilton legte mir einen Vertrag für UFC 10 vor, was in 30 Tagen stattfand.Mir war egal, was darin stand. Ich wollte einfach nur dabei sein.“ 

 

Natürlich gab es in der UFC bereits einige erfolgreiche Ex-Ringer. Ken Shamrock war ein guter highschool-Ringer, rang aber nicht mal im college.
Dann war da noch Dan Severn, der als Ringer zwar schon eine andere Hausnummer war als Shamrock; allerdings war Severn bereits 36 Jahre alt, als er in der UFC debutierte.
Coleman witterte seine Chance. War er doch ein sehr viel besserer Ringer als Shamrock und wesentlich jünger als Severn.
Colemans Taktik war ebenso einfach wie effektiv.
Den Kampf so schnell wie möglich auf den Boden zu verlagern, dort zu halten und den Gegner mit brachialem groundandpound zu traktieren.
Durch seine Ringerfähigkeiten war es seinen Gegnern nahezu unmöglich, seine takedowns zu vermeiden und erst recht, aus der Bodenposition wieder auf die Beine zu kommen.
So gewann er nach nur zwei Siegen das UFC 10 Turnier gegen Don Frye und etwa 2 Monate später auch UFC 11.
Am 7.2.1997 dann krönte er seine UFC-Karriere und gewann den ersten UFC heavyweight Titel gegen Dan Severn durch Submission. 

 

Coleman war am Höhepunkt seiner Karriere angelangt und galt als nahezu unschlagbar.
Auch seinem ersten Gegner als amtierender Champion, Maurice Smith, wurden kaum Chancen eingeräumt, Colemans takedown und groundandpound-Taktik etwas entegenzusetzen.
Entgegen aller Erwartungen überraschte Maurice Smith die gesamte MMA-Welt mit einer fabelhaften Leistung. Er besiegte den stark favorisierten Coleman nach Punkten und entriss ihm so den Titel.

 

Nach dieser ernüchternden Niederlage legte Coleman zunächst eine einjährige Pause ein, um verschiedene Verletzungen auszukurieren.
Er kehrte zu UFC 17 zurück und wollte mit einem beeindruckenden Sieg gegen den relativ unbekannten Lions Den fighter Pete Williams seine Ansprüche auf den Titel anmelden.

Allerdings war Coleman nach etwa 10 Minuten derartig entkräftet, dass er nicht mal mehr seine Hände oben halten konnte. Pete Williams nutzte die Situation eiskalt aus, in dem er Coleman durch einen der brutalsten headkicks der MMA-Geschichte ausknockte.

Bei UFC 18 verlor er gegen Pedro Rizzo per split decision und musste damit seine nunmehr dritte Niederlage in Folge hinnehmen.

 

Pride FC

 

Nun versuchte er sein Glück bei pride in Japan und traf als erstes auf Nobuhiko Takada.
Dieser Kampf sollte als eine der dunkelsten Stunden in die Geschichte des MMA eingehen.
Coleman verlor als der eigentlich wesentlich bessere fighter gegen Takada per heelhook. Dass an dieser „Niederlage“ etwas faul war, bemerkte nicht nur Kommentator Bas Rutten.
Der Kampf war ganz offensichtlich gefaked und Coleman dafür bezahlt, zu verlieren.
Eine Schande für den Sport und Coleman zugleich.

 

Später bestätigte Coleman das ohnehin schon offensichtliche:

 

Ich tat, was ich tun musste. Sie versprachen mir einen weiteren Kampf und ich brauchte diese finanzielle Sicherheit, um meine Familie zu ernähren.“
 

 

Seine Karriere erlebte dennoch ein Zwischenhoch, als er im Jahr 2000 das pride open weight tournament gewann, indem er im entscheidenden Kampf Igor Vovchanchyn besiegen konnte.
In der Folge musste er jedoch seinem Alter zunehmend Tribut zollen und seine restliche Karriere verlief sehr durchwachsen.

 

Zwar konnte er noch Allan Goes und Don Frye besiegen, verlor jedoch gegen die „großen drei“ von pride fc, „Minotauro“ Nogueira, Fedor Emelianenko und Mirko „Crocop“.
Danach wurde es ruhig um ihn und nach etwa 2,5 Pause und nunmehr 44 Jahren probierte er sich nochmal in der UFC, dieses mal allerdings im lightheavyweight, wo er jedoch Mauricio „shogun“ Rua unterlag.

 

Seinen letzten Sieg konnte er im Juli 2009 feiern, als er Stephen Bonnar per UD bezwingen konnte, bevor er seinen letzten Kampf am 6.2.2010 bestritt.
Gegner war kein geringerer als UFC-Legende Randy Couture.
Dieses sollte der erste Kampf zweier UFC-hall of famer gegeneinander sein mit dem besseren Ende für „the natural“ Couture.
Seine damit dritte Niederlage in den letzten vier Kämpfen besiegelte endgültig Colemans Karriereende.
 

 

Wie wird man „the hammer“ Coleman nun also in Erinnerung behalten?
Was hat er der MMA-Welt hinterlassen?

 

Mark Coleman war derjenige, der seine Ringerfähigkeiten so dominant einzusetzen wusste wie niemand zuvor.
Er war die Weiterentwicklung aller bis dahin in der UFC aktiven Ringer.
Gewissermaßen der Dan Severn 2.0
Er hat das groundandpound etabliert und zu seinem Markenzeichen gemacht.

 

Allerdings musste auch Coleman, wie viele andere MMA-Pioniere, der rasanten Entwicklung des MMA Tribut zollen.
Sein Stil war für die neue, junge Generation einfach zu eindimensional.

 

Dennoch hat er ohne jede Frage dem MMA seinen Stempel aufgedrückt und seine Duftmarke hinterlassen und das macht ihn zu… 

 

…einer wahren MMA-Legende.

 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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